Transparenzveröffentlichungen 2026: Die wichtigsten Inhalte auf einen Blick
Die Mitgliedsunternehmen des Vereins Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie e.V. (FSA) haben im Berichtsjahr 2025 an Ärztinnen und Ärzte sowie weitere Fachkreisangehörige, medizinische Einrichtungen und Institutionen des Gesundheitswesens Leistungen in Höhe von rund 832,5 Millionen Euro erbracht. Darüber hinaus wurden Patientenorganisationen mit rund 11,3 Millionen Euro unterstützt.
Die Zusammenarbeit pharmazeutischer Unternehmen mit akademischer Forschung, medizinischer Praxis und Patientenorganisationen ist ein wichtiger Bestandteil eines funktionierenden Gesundheitswesens. Sie trägt dazu bei, neue Therapien zu entwickeln, medizinisches Wissen zu vermitteln und Erfahrungen aus der Versorgung in die Weiterentwicklung von Behandlungen einzubeziehen. Voraussetzung für ihre öffentliche Akzeptanz ist das Vertrauen in die Integrität dieser Kooperationen. Um Transparenz und Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten, veröffentlichen die FSA-Mitgliedsunternehmen jährlich ihre geldwerten Leistungen.
Die Kodizes
Grundlage der Transparenzveröffentlichungen sind der FSA-Transparenzkodex sowie der FSA-Kodex Patientenorganisationen. Beide Regelwerke sind für die Mitgliedsunternehmen verbindlich und legen fest, in welcher Form Leistungen an Angehörige der Fachkreise, medizinische Einrichtungen, Institutionen des Gesundheitswesens sowie Patientenorganisationen offenzulegen sind. Mit der Anwendung der beiden Kodizes schaffen die FSA-Mitgliedsunternehmen Transparenzstandards, die über die gesetzlichen Offenlegungspflichten hinausgehen.
Die jährliche Veröffentlichung bildet somit ein zentrales Instrument der freiwilligen Selbstregulierung. Sie macht sichtbar, in welchem Umfang Kooperationen stattfinden, und schafft damit eine Grundlage für Transparenz und Nachvollziehbarkeit und somit für Vertrauen im Gesundheitswesen. Die Transparenzveröffentlichung zu Healthcare Professionals (HCP) und Healthcare Organizations (HCO) erfolgt in diesem Jahr bereits zum elften Mal in Folge, während die Verpflichtung zur jährlichen Veröffentlichung der Leistungen an Patientenorganisationen bereits seit 2008 besteht.
Die Einhaltung der Kodizes wird durch die unabhängige FSA-Schiedsstelle kontrolliert. Mögliche Verstöße können ihr von jeder Person und jeder Institution zur Prüfung vorgelegt werden.
Fachkreisangehörige
Im Berichtsjahr 2025 entfiel der größte Anteil der veröffentlichten Leistungen erneut auf den Bereich Forschung und Entwicklung. Hier wurden rund 584,7 Millionen Euro investiert. Diese Mittel fließen insbesondere in Kooperationen, die der Entwicklung neuer oder verbesserter Therapieoptionen dienen. An medizinische Einrichtungen und Institutionen des Gesundheitswesens wurden rund 149 Millionen Euro geleistet. Dazu zählt unter anderem die Unterstützung im Zusammenhang mit wissenschaftlichen Veranstaltungen. Leistungen an Ärztinnen und Ärzte sowie weitere Angehörige der Fachkreise beliefen sich auf rund 98,8 Millionen Euro. Hierzu gehören beispielsweise vertraglich vereinbarte Honorare sowie Aufwendungen im Rahmen von Fortbildungsmaßnahmen.
Insgesamt wurden damit im Berichtsjahr 2025 Gesamtleistungen in Höhe von rund 832,5 Millionen Euro an Fachkreisangehörige, medizinische Einrichtungen und Institutionen des Gesundheitswesens erbracht (2024: rund 768,7 Millionen Euro).
Zustimmung zur namentlichen Nennung
Die individuelle Veröffentlichung von Leistungen an Ärztinnen und Ärzte setzt nach europäischem und deutschem Recht deren datenschutzrechtliche Einwilligung voraus. Liegt diese nicht vor, werden die entsprechenden Leistungen von den Mitgliedsunternehmen anonymisiert und in aggregierter Form veröffentlicht.
Für das Berichtsjahr 2025 beträgt die Zustimmungsquote rund 26 Prozent und liegt damit über dem Wert des Vorjahres (2024: rund 25 Prozent). Die individuelle Zustimmung bleibt ein wichtiger Faktor für die Transparenz der Zusammenarbeit zwischen pharmazeutischer Industrie und medizinischen Fachkreisen. Der FSA und seine Mitgliedsunternehmen setzen sich dementsprechend weiterhin dafür ein, über die Bedeutung dieser Zustimmung zu informieren und sie zu fördern.
Weitere Informationen zu diesem Thema können Sie in der FSA-Broschüre „Ihr Beitrag für mehr Transparenz“ nachlesen.
Patientenorganisationen
Auch die Zuwendungen in der Zusammenarbeit mit Patientenorganisationen werden von den FSA-Mitgliedsunternehmen offengelegt. Die veröffentlichten Leistungen umfassen unter anderem Spenden, projektbezogene Förderungen sowie die Unterstützung von Veranstaltungen oder Informationsangeboten. Im Berichtsjahr 2025 beliefen sich diese Leistungen auf rund 11,3 Millionen Euro (2024: rund 9,9 Millionen Euro).
Patientenorganisationen tragen maßgeblich dazu bei, die Perspektiven und Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten sichtbar zu machen. Der Austausch mit ihnen ermöglicht es pharmazeutischen Unternehmen, Versorgungsbedarfe besser zu verstehen und patientenrelevante Aspekte stärker in Forschung, Entwicklung und Information einzubeziehen. Grundlage dieser Zusammenarbeit ist der FSA-Kodex Patientenorganisationen, der dazu dient, Unabhängigkeit und Transparenz zu wahren.
Transparenz im Gesundheitswesen
Die jährliche Offenlegung geldwerter Leistungen ist ein zentraler Bestandteil der freiwilligen Selbstkontrolle der Arzneimittelindustrie. Sie zeigt, in welchen Bereichen Kooperationen stattfinden, und macht deren Umfang nachvollziehbar.
Mit den Transparenzveröffentlichungen leisten die FSA-Mitgliedsunternehmen einen Beitrag zu einer sachlichen und informierten Diskussion über die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen. Sie schaffen Transparenz, stärken das Vertrauen und fördern die Nachvollziehbarkeit der Rolle der pharmazeutischen Industrie in Forschung, Fortbildung und Versorgung.